Wie die Hand das Schreiben lernt
- Alexia Hoppe

- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Schreiben ist Bewegung - Bewegung mit der Hand! Wir nennen sie auch Graphomotorik. Kinder erlernen die Schreibbewegung genauso wie sie auch andere motorische Herausforderungen meistern, wie zum Beispiel das Laufenlernen.
Bei Kleinkindern, die ältere Geschwister haben, kann man häufig beobachten, dass sie etwas früher Laufen lernen wie ihre älteren Geschwister.
Das liegt unter anderem an dem Vorbild- Effekt,
der gleichzeitig Motivation ist.
Wie sich die Feinmotorik entwickelt, sehen wir alleine schon, wenn wir Kinder beim Essen beobachten: Toll, wenn ein Kind einen Löffel halten und damit präzise genug die Nahrung auf dem Teller treffen und in den eigenen Mund befördert!
Sicher wissen wir, auch diese Vorgänge brauchen Zeit, Anleitung und Vorbilder. Viele Eltern legen heute viel Wert darauf, dass ihre Kinder die notwendige Selbstständigkeit in diesen alltäglichen Dingen erreichen. Das ist gut so!
Denn wer einen Löffel sicher benutzen kann, führt schon gezielte, feinmotorische Bewegungen aus, die man für das spätere Schreiben mit dem Bleistift oder Füller benötigt.
So wie der Löffel zunächst mit der ganzen Hand gegriffen wird, sieht man dieses Vorgehen auch beim Halten des Stiftes. Der so genannte Faustgriff wird ab dem 3. Lebensjahr durch den Dreipunktgriff abgelöst. Kinder, die viele Gelegenheiten haben, zu basteln, malen und zu schneiden, erwerben früher den Pinzettengriff wie andere. Sie müssen diesen in der Schule dann nicht mehr lernen und sind klar im Vorteil.
Es lohnt sich also allemal, mit dem eigenen Kind viele solcher handwerklichen Dinge zu tun.

Beim Schreiben ist es sehr wichtig, dass Kinder die richtige Stifthaltung beherrschen. Nur so können sie die Linienführung der eigenen Hand sehen und kontrollieren. Jeder Buchstabe hat seine eigene Schreibrichtung. Um später flüssig und formklar schreiben zu können, müssen Kinder sich diese Schreibrichtung richtig angewöhnen. Dies ist vergleichbar mit beispielsweise dem Radfahren. Tritt man die Pedale nicht vorwärts sondern rückwärts, so bringt die Bremse das Rad zum Stillstand oder man kommt nicht weiter. Unsicherheiten, die Sie hier bei ihrem Kind feststellen, sollten unbedingt behoben werden! Denn - zurück zum Beispiel des Radfahrens: Nur wer sicher weiß, wie er die Pedale bedienen muss, kann Rad fahren oder sich später im Straßenverkehr zurecht finden. Nicht anders verhält es sich mit der Schrift: Kinder, die nicht mehr darüber nachdenken müssen, wie man die Buchstaben schreibt, also automatisiert schreiben können, haben den Kopf frei, um Wörter nach Anlauttabelle oder in der richtigen Rechtschreibung schreiben zu können.
Graphomotorik ist also am Ende wichtig für das Erlernen des Schreibens, des Rechtschreibens und des Texte Verfassens.
Basteln, malen, kneten, matschen zahlt sich später richtig aus und ist deshalb nicht nur vom Spaßfaktor her gesehen eine richtig gute Sache, sondern trägt später zu richtig viel Geschick beim Schreibenlernen bei.


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